Bosnien Herzegowina

Seit 1991 engagieren wir uns humanitär & seelsorgerisch in Bosnien-Herzegowina: Betroffene & Helfer berichten von ihren Erfahrungen

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Vom Krieg heimgesucht

Der Jugoslawienkrieg Anfang der 1990-er Jahre hat in dem Vielvölkerstaat tiefe Spuren hinterlassen. 100 Tausende Menschen wurden getötet, rund zwei Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben, viele davon traumatisiert und ohne Perspektive. Das Land ist heute nach wie vor ethisch, politisch und institutionell tief gespalten und instabil. Das Friedensabkommen von Dayton (1995) hat zwar den Krieg beendet und den Gesamtstaat erhalten, Serben, Bosniern und Kroaten aber keine wirkliche Befriedung gebracht. Minderheiten wie Sinti und Roma werden systematisch ausgegrenzt und leben mitunter in erbärmlichen Verhältnissen. Die desolate Wirtschaftslage mit der weltweit dritthöchsten Arbeitslosigkeit hinterlässt ein beunruhigendes Bild. Etwa die Hälfte der Menschen lebt in Armut. Der Lebensstandard liegt insgesamt bei einem Drittel des EU-Durchschnitts. In den ländlichen Gebieten ist die Situation kritisch – hier leben rund 50 Prozent der Bevölkerung des Landes. Die Aufwendungen für Lebensmittel und Kleidung stellen für viele Familien und alleinstehende ältere Menschen eine Hürde im täglichen (Über-)Leben dar. Auch die medizinische Grundversorgung ist häufig unzureichend. Leidtragende sind vor allem Kinder, die in denkbar schlechten Verhältnissen und mit geringen Zukunftschancen aufwachsen. 

Unser Engagement

Mission ohne Grenzen ist seit 1991 in Bosnien-Herzegowina mit humanitären und seelsorgerischen Programmen tätig. Mit unserem Engagement für Menschen aller ethnischen Bevölkerungsgruppen möchten wir zu einer Befriedung und Aussöhnung beitragen. Vor diesem Hintergrund geben wir Hunderten Menschen durch unser   Patenschaftsprogramm für Familien Zuversicht. Hier lindern wir die ärgste Not, kümmern uns um die Grundbedürfnisse der Familien und bieten ihnen durch unsere Mitarbeiter vor Ort emotionale und spirituelle Unterstützung. In enger Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden vor Ort versorgen wir ältere Menschen mit Essen, Wärme und Geborgenheit in den Gemeinschaftszentren in Zenica und vor allem in Glamoč, einer der wenigen Gemeinden, in denen alle drei Volksgruppen – Serben, Bosnier und Kroaten – in nennenswertem Maß vertreten sind. Hier leben viele alleinstehende ältere Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Von den 4800 Einwohnern in Glamoč sind rund 800 älter als 60 Jahre, viele davon sind bosnische Flüchtlinge.

Werden auch Sie Teil unserer Gemeinschaft, geben Sie Kindern und Familien in Not Hoffnung und eine Perspektive für die Zukunft!

Zahlen und Fakten:

Einwohner: 3,3 Millionen 

Die prekäre wirtschaftliche Situation im Land bietet vor allem für jüngere Menschen und junge Familien keine Perspektiven. Jedes Jahr verlassen Zehntausende Menschen ihre Heimat (Abwanderung 2013-2017: 150.000). Die an die zurückgebliebenen überwiesenen finanziellen Unterstützungen machen etwa 10-15 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus. Mehr als die Hälfte der Rentner erhalten lediglich rund 200 Euro pro Monat zum Leben. Etwa 19 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut, rund 16 % der Menschen leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, etwa 2,5 Prozent sind unterernährt. 

Monatlicher Durchschnittslohn: 400 Euro brutto. 

Die Arbeitslosenquote: 40 Prozent / Jugendarbeitslosigkeit: ca. 32 Prozent (inoffiziell)

Lebenshaltungskosten: 
1 kg Reis: 1,10 Euro
1 kg Kartoffeln: 0,60 Euro
1 Liter Milch: 1,10 Euro
1 kg Fleisch: 6,90 Euro
Sommerkleid: 30 Euro
Hose (Jeans): 46 Euro 
Ein Paar Schuhe: 70 Euro
Strom/Wasser/Heizung (monatlich): 91,00 Euro
1-Zimmer-Appartement (monatlich): 290 Euro

Viele Menschen ab einem bestimmten Alter haben Blut an den Händen …

Während des Bosnienkriegs verloren die Menschen Hoffnung, Liebe und Vertrauen. Für viele hörte der Krieg nicht auf. Denn wenn Sie Ihren Job nicht zurückbekommen haben, wenn Ihr Haus zerstört wurde, wenn Sie Ihre Familie verloren haben, wenn Sie das Vertrauen in Ihre Nachbarn verloren haben, wenn Sie diese Jahre verloren haben, dann ist der Krieg immer noch nicht vorbei.

Die Leute denken: "Ich habe genug gelitten und möchte dieses kurze Leben genießen." Viele Menschen konsumieren Drogen und Alkohol, um sich zu entspannen und zu vergessen. Die Menschen hier teilen die Zeit ein in "vor dem Krieg" und "nach dem Krieg". Sie reden vom „heute“, obwohl es vor über 25 Jahren begann. Jeder Urlaub erinnert daran, was „sie“ uns angetan haben. Es gibt wenig Vergebung.

Sie könnten Schwierigkeiten haben, wenn Sie dortbleiben, wo Sie waren, und so umziehen, um unter Menschen in Ihrer eigenen ethnischen Gruppe zu leben. Städte, die einst eine Mischung aus ethnischen Gruppen waren, sind heute hauptsächlich eine große ethnische Gruppe. Vor dem Krieg würden wir trotz unserer Differenzen miteinander auskommen. Jetzt sind wir geteilt durch Religion, durch Politik, durch verschiedene Vorstellungen, wie das Land funktionieren sollte.

In vielerlei Hinsicht ist das Leben in Bosnien-Herzegowina wunderschön. Eigentlich könnten wir Glück exportieren! Selbst wenn Sie nach Glamoč gehen, wo alle arm sind, werden sie von den Menschen ermutigt, weil sie voller Freude sind. Wir sind ein hart arbeitendes Volk, aber das System ist kaputt. Dieses Land hat keine Hoffnung, wenn wir uns nicht mit Gott versöhnen. Meine Hoffnung auf Wiederbelebung ist der einzige Grund, warum ich hierbleibe.

Dalibor, seit 2009 Leiter von Mission ohne Grenzen in Bosnien-Herzegowina

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