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"Ich möchte mein altes Leben hinter mir lassen"

An den dunkelsten Ort – Gefängnisseelsorge in Rumänien

PROJEKTSPENDE

„Ich war an einem schwierigen Punkt in meinem Leben und konnte nicht klar denken. Ich fasse es nicht, dass ich für so wenig so viel riskiert habe.“

Cristina, die wegen Raubes zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, ist in Târgsor, dem einzigen Frauengefängnis Rumäniens, inhaftiert. Dort hat sie viel Zeit, um ihre Vergangenheit zu bereuen.

Ihr größter Kummer ist, dass sie ihre drei Söhne nur selten sehen kann. Die in Târgsor Inhaftierten bekommen nur wenig Besuch, weil das Gefängnis sehr abgelegen ist – die meisten Rumänen können sich die Fahrt dorthin nicht leisten.

In Târgsor sind fast 1.400 Frauen inhaftiert. Sie leben dort unter Bedingungen, die vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als unmenschlich und demütigend kritisiert werden: Die sanitären Anlagen sind defekt, Ungeziefer verstopft die Toiletten, und das Essens ist schlecht. Ein Bericht des Anti-Folter-Ausschusses des Europarats weist darauf hin, dass pro Person noch nicht einmal 2 m² Platz zur Verfügung stehen.

Zu Beginn ihrer Haft kam Cristina in die Abteilung mit der zweithöchsten Sicherheitsstufe nach dem Hochsicherheitstrakt. „Es herrschten furchtbare Zustände – wir waren 16 Frauen in einer Zelle. 20 bis 22 Stunden pro Tag musste ich in dieser Zelle verbringen. Ich hatte Depressionen und versuchte, mir das Leben zu nehmen“, erzählt Cristina.

„Sie gaben mir Diazepam, das machte es noch schlimmer. Ich konnte nichts mehr essen und magerte auf 46 kg ab. Ich war sehr geschwächt.“


Cristina hat noch sieben Geschwister, die alle psychisch krank oder bereits straffällig geworden sind. Ihr Vater und ihr Bruder sitzen wegen Totschlags im Gefängnis. Cristina möchte unbedingt ihre Vergangenheit hinter sich lassen und ihrer Familie eine bessere Zukunft bieten.

Ich weiß, dass Gott mir dabei geholfen, das alles zu überstehen. Ich weiß, dass er allen nah ist, die ihn anrufen.

Aglaia, die Großmutter ihrer Söhne, sagt: „Sie vermissen sie so sehr.“ Mission ohne Grenzen hat es ihr ermöglicht, Cristina zusammen mit den Söhnen zu besuchen.

Die Jungen werden herzlich von ihrer Mutter umarmt, und ihre Gesichter strahlen, als sie sie liebevoll ansieht, mit ihnen spricht und sie erneut umarmt. Cristinas Augen füllen sich mit Tränen, als sie sich verabschieden müssen.

„Ich möchte mein altes Leben hinter mir lassen“, so Cristina. „Ich weiß, dass Gott mir dabei geholfen hat, das alles zu überstehen. Ich weiß, dass er allen nah ist, die ihn anrufen.“

Cristina hat an den wöchentlichen seelsorgerischen Sitzungen teilgenommen, die unsere Partnerorganisation anbietet. „Das gemeinsame Singen und Beten gibt mir Zuversicht, und ich fühle Gottes Anwesenheit. Es ist, als ob er zu mir sprechen würde.“

An einen der dunkelsten und hoffnungslosesten Orte in Rumänien bringt Mission ohne Grenzen durch die Gefängnisseelsorge etwas Licht. Durch das Erleichtern von Familienbesuchen sowie emotionale und geistliche Unterstützung zeigen wir den inhaftierten Frauen die Liebe Christi und einen neuen Weg, der ins Leben führt und Hoffnung für die Zukunft gibt.

1.400

Im einzigen Frauengefängnis Rumäniens sind ungefähr 1.400 Frauen inhaftiert (Quelle: Rumänische Regierung)

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