„So ist unser Leben“
Eine Familie aus Bulgarien, die das Patenschaftsprogramm erfolgreich abgeschlossen hat, erzählt aus ihrem Alltag.17. Juni 2026
Für Familien in Armut ist das Patenschaftsprogramm der erste Schritt auf dem Weg in ein neues Leben. Sie bekommen Lebensmittel, Hilfsgüter und Brennholz, um die schlimmste Not zu lindern. Die Kinder werden bei ihrer Entwicklung und Bildung gefördert. Alles ist darauf angelegt, dass die Familie nach Ablauf der Patenschaft auf eigenen Beinen stehen kann. So wie die Familie von Nadka und Severin.
Eine Familie hält zusammen
Nadka und Severin leben mit ihren beiden Kindern in einem Roma-Dorf in Bulgarien. Das Leben ist nicht einfach: Die vierköpfige Familie wohnt in einem kleinen Haus mit nur einem Zimmer. Nach dem Aufstehen bei Sonnenaufgang wischt Nadka zuerst die Böden, dann feuert sie den Ofen an und beginnt mit dem Kochen. Sie bereitet das Frühstück für ihren Mann und die beiden Kinder vor, Severin Junior (7) und Yliana (5). „Mein Mann arbeitet viel, deshalb sorge ich dafür, dass er ein gutes Frühstück hat. Er braucht Kraft, um den Tag anzugehen. Ich mache deshalb jeden Morgen belegte Brote für ihn und die Kinder“, erzählt Nadka.
Annehmlichkeiten gibt es keine: Die Toilette ist draußen, gekocht wird ebenfalls im Hof. Fließendes Wasser gibt es nicht, Nadka muss für jeden Eimer zum fünf Minuten entfernten Brunnen laufen, bis zu dreimal am Tag. Und manchmal gibt es hier kein Wasser, dann ist der nächste Wasseranschluss eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt. Doch trotz aller Schwierigkeiten hält sie das Haus und ihre Familie sauber.
Von hilfebedürftig zu selbstständig
Als die Familie ins Patenschaftsprogramm aufgenommen wurde, benötigte sie dringend Hilfe. Severin nahm als Tagelöhner jede Arbeit an, die er finden konnte, von der Arbeit auf Baustellen über Obsternte bis Holzhacken oder Gras mähen. Was er kann, hat er sich selbst beigebracht, indem er anderen zugeschaut und Fragen gestellt hat. Trotzdem reichte das verdiente Geld nie aus, um die Familie zu versorgen. Eine große Hilfe waren deshalb die Lebensmittelpakete, die sie durch die Patenschaft erhielten und die ihnen dabei half, wieder auf die Beine zu kommen.
Doch die größte Veränderung brachte das Selbsthilfeprojekt, im Rahmen dessen die Familie eine Kettensäge und ein Pferd erhielt. „Brennholz und Transportdienste sind überall ständig gefragt“, erklärt Severin. „Vor allem auf dem Land ist der Transport mit Pferden weit verbreitet, weil sie auch abseits befestigter Straßen eingesetzt werden können und der Unterhalt nicht viel kostet. Dadurch habe ich viel mehr Arbeitsmöglichkeiten! Und das gibt mir mehr Sicherheit, dass meine Familie nicht hungern muss.“ Das Geld, was Severin nun verdient, reicht aus für die Bedürfnisse der Familie.
Liebevolle Begleitung
Spaska, die als Sozialarbeiterin für „Mission ohne Grenzen“ arbeitet, hat die Familie durch alle Höhen und Tiefen der letzten Jahre begleitet. Als das Häuschen von Nadka und Severin vor zwei Jahren durch heftige Regenfälle überflutet wurde, war Spaska für sie da, hat sie ermutigt und unterstützt. Und sie hat dafür gesorgt, dass die Familie Möbel aus Hilfsgüterlieferungen erhielt.
Severins und Nadkas Familie hat das Patenschaftsprogramm erfolgreich abgeschlossen. Mittlerweile gibt es Strom im Haus und ein Gefühl von Stabilität. Und wenn alle gemeinsam beim Abendessen sitzen, über den Tag sprechen und zusammen lachen, spürt man die Liebe, die hier herrscht. Für Severin ist sie das Wichtigste überhaupt: „Die gemeinsame Zeit ist so wertvoll für uns. Das sind die schönsten Momente meines Tages. Wir mögen zwar arm an materiellen Dingen sein, aber nicht an Liebe. Liebe ist das Einzige, das uns nie ausgeht.“
Viele andere Familien haben diesen Weg noch vor sich. Mit Ihrer Unterstützung können sie ebenfalls in eine hellere Zukunft gehen. Machen Sie mit!