Hilfe für die Vergessenen: unterwegs mit der Obdachlosenhilfe in Bulgarien
Das Leben auf der Straße ist hart. Die Unterstützung schenkt Betroffenen neue Hoffnung.22. Januar 2026
Für Menschen ohne festen Wohnsitz sind die kalten Winter Bulgariens lebensbedrohlich. Wenn die Temperaturen auf -20 °C fallen, gibt es unter ihnen immer wieder Todesopfer zu beklagen. Die Obdachlosenhilfe setzt sich dafür ein, dass Menschen auf der Straße versorgt werden und eine Perspektive aus der Obdachlosigkeit finden.
„Jeder kann das Leben anderer Menschen positiv beeinflussen. Dafür braucht es nicht viel. Manchmal ist ein Lächeln, eine warme Suppe oder ein freundliches Gespräch das wertvollste Geschenk für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen“, sagt Hristinka. Er setzt sich seit Jahren in der Obdachlosenhilfe von Mission ohne Grenzen für Menschen auf der Straße ein. Über die Jahre hat er tausende Schicksale erlebt und Betroffene mit warmen Mahlzeiten, Kleidung, Decken und der Botschaft von Gottes Liebe versorgt. So wie Aleksandar (42), der seit acht Jahren auf der Straße lebt.
Von Schicksalsschlägen getroffen
Aleksandars Beziehung zu seiner Mutter und seinem Bruder zerbrach nach dem Tod des Vaters, und er verließ sein Zuhause. Kurz darauf häuften sich die Katastrophen: Sein Bruder schlug seine Mutter, die dadurch stürzte und starb. Aleksandar war zutiefst verstört. Er begann zu trinken und sich mit den falschen Leuten einzulassen. Bei einem Streit wurde er brutal zusammengeschlagen und erlitt Verbrennungen. Seine Gesundheit litt und er fand keine Arbeit.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal obdachlos sein würde. In einem Moment hast du noch eine Familie, ein Zuhause und Sicherheit, und im nächsten ist alles weg!“, erzählt er. „Das Schlimmste ist nicht mal der Hunger – es ist die Art und Weise, wie du für die Menschen um dich herum auf einmal unsichtbar bist!“
Geschenkte Hoffnung
„Aleksandars Geschichte beweist, dass Veränderung mit einer kleinen Handlung beginnt“, erklärt Hristinka. „Die Obdachlosenhilfe kann vielleicht nicht alle seine Probleme lösen, aber sie bietet eine Grundlage, auf der Menschen wie Aleksandar neu anfangen können. In einer Welt, in der wir oft blind an Leid vorbeigehen, sollten wir uns täglich bemühen, die Bedürfnisse derer zu erfüllen, die nichts haben.“
Aleksandar ist dankbar für diese Unterstützung: „Ich arbeite immer noch an den Auswirkungen einiger schwieriger Erfahrungen, die ich mit Menschen in meinem Umfeld gemacht habe. Aber jetzt habe ich eine andere Familie – das großartige Team von ‚Mission ohne Grenzen‘. Ich bin wirklich dankbar, dass Gott mich zu Menschen wie Hristinka geführt hat. Selbst als alles verloren schien, erinnerte mich die Hilfe und Unterstützung durch die Obdachlosenhilfe daran, dass es Hoffnung gibt“, fügt er hinzu. „Ich weiß nicht, was morgen bringen wird, aber heute habe ich zu essen, jemanden, mit dem ich reden kann, und ich weiß, dass sich jemand um mich kümmert. Das reicht mir, um weiterzumachen.“